Notfallmanagement in Zahnarztpraxen

zuletzt aktualisiert:
4. Januar 2014
Kurs-Nr.:
Preis:
50,00 EUR pro Platz (inkl. MwSt.)
Ort:
in Norbbayern und Südthüringen
Gruppe:
Führerscheinbewerber/-innen und zukünftige Ersthelfer/-innen
Level:
med. Personal / Sanitätshelfer / Ersthelfer mit mehrjähriger Erfahrung

Beschreibung

Notfallmanagement in Zahnarztpraxen


Ein lebensbedrohlicher Zwischenfall in einer zahnärztlichen Praxis ist zum Glück ein eher seltenes Ereignis. Dennoch zeigt die Statistik, dass die Anzahl an Notfällen zunimmt, was nicht zuletzt mit der immer älter werdenden und zu multimorbiden Erkrankungen neigenden Bevölkerung zusammenhängt. Tritt ein derartiges Notfallereignis schließlich ein, stellt es den Zahnarzt sowie das gesamte Praxisteam vor eine immense Herausforderung, da die notfallmedizinische Behandlung eben nicht zur alltäglichen Behandlungsroutine gehört.

Notfall im Wartezimmer

Wenn ein solcher Erfahrungsmangel dann noch zur organisatorischen Hilflosigkeit führt, kann das für den Notfallpatienten weitreichende gesundheitliche Folgen haben und damit auch für den Zahnarzt ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Vorbeugen kann man dieser Situation durch ein effizientes Notfallmanagement kombiniert mit einem zielgerichteten Qualitätsmanagement, das im Notfall zu mehr Handlungssicherheit führt und die qualitativ hochwertige Versorgung des Patienten sicherstellt. Ein Großteil der Notfallsituationen in einer Zahnarztpraxis kann als harmlos bezeichnet werden, wie z. B. eine vasovagale Kreislaufstörung oder ein akuter Angstzustand während der Behandlung. Einige dieser Zwischenfälle können jedoch ernste Hintergründe haben und sich sogar zu einem lebensbedrohlichen Zwischenfall entwickeln. Neben der sofortigen und zielgerichteten Anforderung weiterer Hilfe in Form des Rettungsdienstes (Notruf 112), stehen die Einleitung und die Organisation der lebensrettenden Sofortmaßnahmen an erster Stelle. Die ersten Maßnahmen müssen daher der Stabilisierung der vitalen Funktionen des Patienten (Bewusstsein, Atmung, Kreislauf) bis zum Eintreffen des Notarztes gelten. In diesen oft hektischen Minuten ist es für den Zahnarzt wichtig, den Überblick zu behalten. Dies ist leichter gesagt als getan, denn welcher Zahnarzt will in dieser Situation nicht gerne persönlich den Patienten behandeln? Dennoch gilt: Zurücktreten, den Überblick zu behalten und dabei die wichtigsten Anordnungen an das Praxisteam zu übergeben, ist von entscheidender Bedeutung für eine effektive Behandlungsstrategie. Aus diesem Grund ist es für den Zahnarzt sowie sein Praxisteam von Bedeutung, auf das mögliche Eintreten einer solchen Situation vorbereitet zu sein, um adäquat darauf reagieren zu können.
Definitionen.


Als Notfall werden in der Ersten Hilfe die Fälle benannt, bei denen es zu einer lebensbedrohlichen Störung der Vitalparameter Bewusstsein, Atmung und Kreislauf oder des Funktionskreislaufes, dem Wasser-Elektrolythaushaltes und des Stoffwechsels kommt. Im weitesten Sinne fasst man auch psychische Notsituationen wie beispielsweise Selbsttötungsabsichten oder Psychosen sowie Gewaltanwendung gegen Dritte unter den Notfallbegriff zusammen. Notfälle sind demnach alle Situationen, in denen Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen besteht oder nicht ausgeschlossen werden kann.

Dem Notruf wird bei einem lebensbedrohlichen Zwischenfall eine entscheidende Rolle zugesprochen. Er stellt sicher, dass in absehbarer Zeit zusätzliches Personal sowie Equipment in der Praxis eintreffen. Damit ist der erste Schritt zur Entschärfung der vorliegenden Situation getan, denn die Unterstützung durch den Notarzt stellt die Weiterversorgung und den Abtransport des Notfallpatienten in eine Klinik sicher. Je eher der Rettungsdienst vor Ort ist, desto geringer wird der Handlungsdruck für den Zahnarzt. Auch hier gilt:
Es ist einfacher, nur eine kurze Zeit mit beschränkten Mitteln überbrücken zu müssen, als mit ihnen langfristige Behandlungen zu versuchen. Deshalb gilt der Notruf als eine der zentralen Maßnahmen im Ablaufplan einer Notfallversorgung.

Des Weiteren sollte das Team der Zahnarztpraxis die Basismaßnahmen der Ersten Hilfe sicher beherrschen. Hierzu zählen die Basisreanimation und die Durchführung der stabilen Seitenlage sowie ergänzende Maßnahmen, wie das Blutdruckmessen oder die Medikamentenvorbereitung.

Merke: In einem medizinischen Notfall soll sofort und adäquat, das heißt mit den richtigen Mitteln zur richtigen Zeit und am richtigen Ort gehandelt werden, um Gefahren abzuwenden und Leben zu retten oder gesundheitliche Folgeschäden zu minimieren.

Je früher ein Notfall durch das Zahnarztteam erkannt wird, desto besser können die ergriffenen Gegenmaßnahmen wirken. Erster wichtiger Hinweis auf ein Notfallgeschehen ist die kritische Veränderung der Vitalfunktionen, wie z. B. das plötzliche Eintrüben der Bewusstseinslage, die Veränderungen des Hautkolorits oder eine erschwerte Atmung. Diese Warnsignale müssen als Erstes erkannt und umgehend behandelt werden. Hierbei ist das standardisierte Ablaufschema nach der ABC-Regel äußerst hilfreich. Eine Standardisierte Notfallversorgung erfolgt nach der ABCDE-Regel:

Erkennen und Behandeln von Atemwegsstörungen evtl. HWS-Beteiligung

Erkennen und Behandeln von Belüftung (Oxygenierung)

Erkennen und Behandeln von Cirkulationsstörungen des Kreislaufes (Schock)

Erkennung und Behandlung von Dyslalie (Bewusstseinslage, Paresen, Ataxien)

Erkennung und Behandlung von Exsikkose, Ödeme, Schmerzen usw.

gewinnt zunehmend an Bedeutung,auch in Zahnarztpraxen

Der Einsatz von Notfallmedikamenten sollte nur dann erfolgen, wenn eine berechtigte Indikation vorliegt und der Zahnarzt mit der Wirkung und insbesondere mit den Nebenwirkungen des Medikamentes vertraut ist.

Fazit

Lebensbedrohliche Notfälle in der Zahnarztpraxis sind selten, werden aber über die Zeit und mit dem Älterwerden der Bevölkerung zunehmen. Die eigentliche Schwierigkeit für den Zahnarzt in der Versorgung eines Notfallpatienten liegt darin, dass diese Aufgabe nicht zum routinemäßigen Arbeitsalltag gehört. Mit dem Handlungsdruck, etwas tun zu müssen, entsteht emotionaler und psychischer Stress und stellt eine immense Belastung für das gesamte Praxisteam dar. Allerdings sind die richtigen Maßnahmen – gerade in die ersten Minuten eines Notfalles – entscheidend für den Gesamtverlauf der Notfallversorgung. Deshalb muss im Ernstfall das Team um den Zahnarzt wissen, welche Maßnahmen einzuleiten sind und wie die Versorgung zu organisieren ist. Hier ist eine frühzeitige Vorbereitung auf derartige oft unverhoffte Ereignisse von entscheidender Bedeutung. Das Qualitätsmanagement kann durch die Einrichtung eines Notfallmanagements bei der Bewältigung dieser Herausforderung helfen, da es die notwendigen Instrumente zur Analyse komplexer Zusammenhänge beinhaltet. Wichtig hierbei ist, das richtige Maß der vorzeitigen Analysen zu finden und sich auf die wesentlichen Abläufe zu konzentrieren, die im Notfall hilfreich sein könnten. Dabei gilt, dass auch die Notfallmedizin schnellen und kontinuierlichen Neuerungen unterliegt, wie sie überall in der Medizin zu finden sind, sodass deshalb ein regelmäßiger Besuch einer Notfallschulung empfehlenswert ist. Der Schlüssel zum Erfolg und zu mehr Sicherheit ist jedoch ein etabliertes Qualitätsmanagement in Kombination mit mehreren Übungen, in denen wichtige Erfahrungen gemacht werden, wobei diese wiederum selbst in das Qualitätsmanagement einfließen – um den Kreis dorthin zu schließen.


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